Gründung der KAB St. Nikolaus in Drispenstedt

1912 erste ordentliche Generalversammlung

Am 30. Juni 1913 stand folgender Bericht in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung (HAZ):

h. Drispenstedt; 30. Juni 1913. Der katholische Arbeiterverein feierte gestern unter Beteiligung von Vereinen aus Hildesheim, Moritzberg, Himmelsthür, Duderstadt und Algermissen, Hannover, Borsum, Ilsede, Harsum, Göttingen, Linden, Peine und Döhren das Fest seiner Fahnenweihe. Nachmittags fand in der geschmückten Kirche die Weihe der Fahne statt, bei welcher Diözesanpräses Regens Dr. Ernst aus Hildesheim die Festpredigt hielt. Hierauf fand ein Festumzug mit nachfolgendem Konzert im Vereinslokal statt. Leider war das Wetter der Veranstaltung nicht günstig.

Veränderung

Die katholischen Arbeiter waren vorher im Stadtverband in Hildesheim organisiert. Da der Zuspruch in Arbeiterverein zu gehen sehr groß war, gründeten 57 Arbeiter in Drispenstedt den Ortsverein, um ihre Probleme gemeinschaftlich zu lösen. Sie spürten, dass das Klassenwahlrecht nun bald fallen werde und sie als Arbeiter in Kirche und Gemeinde mitreden und mitgestalten dürften.

Unter der Arbeiterfahne traf man sich bei Theaterspielen und Tanz. Auch Glaubens- und Bildungsfragen wurden mit dem Präses erörtert, denn man war ja katholischer Arbeiter.

Dann kamen die unruhigen Zeiten. Selbst die Häscher des 1000- jährigen Reiches haben es nicht geschafft, den Geist des katholischen Arbeiters auszulöschen. Die letzten 26 Getreuen vernichteten Anfang 1933 die Vereinsunterlagen und versteckten ihre Fahne und die Erinnerungstafel der im ersten Weltkrieg gefallenden Mitstreiter der kath. Arbeiter so gut, dass sie auch bei mehreren Hausdurchsuchungen nicht gefunden wurde. Mit der Fahne schlummerte auch der Geist des Drispenstedter Arbeitervereins über das 1000- jährige Reich hinweg.

Dann, nach einigen Jahrzehnten, war Neu- Drispenstedt im Entstehen und zahlreiche Arbeiterfamilien fanden hier ihre neue Heimat. Die Vereinsfahne, die man längst tot geglaubt hatte, wurde im alten Pfarrhaus wieder gefunden. - Der Geist des kath. Arbeiters wurde wieder wach.

Neugründung

Im Mai 1966 wurde der Arbeiterverein in Drispenstedt mit Pfarrer Erhard Hecke wieder gegründet. Wenn auch im Zuge der Erneuerung aus Arbeitern Arbeitnehmer geworden sind, nannte man sich jetzt Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, (KAB) So war es uns doch eine Freude, etwas Neues mit aufzubauen und unsere Anregungen in die Planung mit einzubringen.  – Stundenlang hat die KAB mit den Vertretern der Stadt Hildesheim, kreuz und quer durch alle Parteien, diskutiert. Denn es war uns ja nicht einerlei, wo und in welche Schule unsere Kinder gingen.

- Wir behielten unsere kath. Schule.

- Wann kommt der Kindergarten,

- wie können Verkehrsverhältnisse optimal werden usw.?

In dieser Epoche des Aufbaus gab es noch keine politischen Vertreter in Drispenstedt, - die KAB war der Motor!

Zukunft

Wir erkennen, dass sich die Arbeiterbewegung in Drispenstedt gewandelt hat. Wir dürfen nicht nur in der Vergangenheit leben! Offen sein heißt, das Leben, die Lebensform der KAB muss anders sein, Zeitgemäß. Lebensformen ändern sich.

Sorgen, dass der Arbeiter Bedingungen bekommt, unter denen er christlich und menschlich leben und für seine Familie sorgen kann.

Eine wesentliche Aufgabe sehen wir darin, auch die Welt der Arbeit in unsere Kirche einzubringen. Hier ist ein großer Nachholbedarf, denn wo erlebt der Arbeitnehmer im Gebetsleben, - in den liturgischen Bräuchen, etwas von seiner Arbeitswelt?

Ist der Arbeiter noch echter Gesprächspartner in der Kirche, in öffentlichen Gremien?

Ist er noch in Gewerkschaften und Parteien präsent?

Ich darf den Geist der Alten erspüren und in die heutige Zeit umsetzen. Ich brauch das „Rad nicht neu erfinden“, nur die Speichen müssen für die heutigen Anforderungen teilweise ausgewechselt und angepasst werden!

 

Die KAB St. Nikolaus ist ein christlich sozialer Verband mit eigenem Bildungsprogramm. Es umfasst viele öffentliche Veranstaltungen im Jahr, zu denen alle Interessierte herzlich eingeladen sind.

Ihr Ansprechpartner für die KAB St. Nikolaus ist Bernward Scharfenberg als erster Vorsitzender.

Kontakt:

c/o Bernward Scharfenberg

Borcholtenstr. 17,

31135 Hildesheim,

Tel. 05121/54163,

In der Regel finden unsere Veranstaltungen am zweiten Freitag im Monat um 20:00 Uhr in der Mariä Lichtmesskirche in der Friedrich –Lekve Str. 7 statt oder beginnen dort.

(Siehe Bildungsprogramm)

Unsere KAB in Drispenstedt wurde erstmals 1912 als KATHOLISCHER ARBEITER -VEREIN in einem Zeitungsbericht der, Hildesheimer Allgemeinen Zeitung (HAZ), genannt. Unsere Arbeiterfahne wurde 1913 eingeweiht. Im 2. Weltkrieg musste der Arbeiterverein seine Aktivitäten einstellen. 1966 wurde die Arbeiterfahne wieder gefunden und die KAB mit Pfarrer Erhard Hecke wieder ins Leben gerufen.

Die KAB beruft sich auf ihr soziales Engagement. Schwerpunkte unseres Vereinslebens sind einerseits Bildungsarbeit andererseits sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ sowie andere religiöse Themen sind kein Tabu und begleiten uns und unser Tun.

In den Zeiten, als es noch keine politischen Vertreter in unserem Ortsteil gab, war es die KAB, die sich für diese Angelegenheiten im Stadtrat für Drispenstedt einsetzte. Ohne den langen Atem einzelner KAB –Mitglieder gäbe es z.B. den Jubiläums- und Bürgerwald bei uns hier in Drispenstedt noch nicht.

Wir haben mit anderen KAB – Gruppen einen Familienkreis gegründet. Im Vordergrund steht das gemeinsame Erleben von Freizeit und Bildungsarbeit, selbstverständlich auch mit Kindern.

Die KAB ist in vielen Gremien und Vereinen vertreten und gestaltet dort auch aktiv nicht nur das Stadtteil - Leben von Drispenstedt mit.

Mitmachen bei uns kann jeder, für den soziales Engagement und die Bewahrung der Schöpfung, verbunden mit einer gemäßigten religiösen Einstellung Belange sind, die uns im Zusammenleben weiter bringen.

Zu unseren öffentlichen Veranstaltungen sind Sie herzlich eingeladen.

2012 werden wir unseren 100.Geburtstag der KAB St. Nikolaus feiern. Wir würden uns freuen, wenn Sie dann als KAB - Mitglied mit uns gemeinsam dieses Fest feiern.